Vereiste Scheibe – ein Guckloch reicht doch. Oder?

Winterzeit ist Gucklochzeit: Viele Autofahrer sind der Meinung, dass ein Guckloch in die Eisschicht zu kratzen ausreicht, um am Strassenverkehr teilzunehmen. Doch mit dieser Meinung liegt man leider gleich in doppelter Hinsicht falsch.

Wie vergangenes Wochenende schon in einem „20 Minuten“-Beitrag berichtet wurde, steht auf der einen Seite der rechtliche Aspekt; denn wer seine Scheibe nur teilweise freikratzt und von der Eisschicht befreit, riskiert neben einer Busse von bis zu 1‘000.- auch gleich noch seinen Führerausweis. Dieser wird nämlich für mindestens einen Monat entzogen, wenn man mit eingeschränkter Sicht am Strassenverkehr teilnimmt.
Wichtig: nicht nur die Windschutzscheibe, sondern auch die vorderen Seitenscheiben müssen komplett von Schnee und Eis befreit werden.

Auf der anderen Seite muss auch der Aspekt der Fahrzeugversicherung beachtet werden, denn wer sich mit eingeschränkter Sicht auf die Strasse begibt, handelt grobfahrlässig.
Genau dieses grobfahrlässige Handeln kann dazu führen, dass sich die Versicherungsgesellschaft aufs Regressrecht beruft. Dies bedeutet, dass die Haftpflichtversicherung den Schaden an Dritten zwar bezahlt, jedoch vom so genannten „Regress“, also einer drastischen Kürzung der Versicherungsleistung auf Ihre Kosten, Gebrauch machen kann. Ihre Blindfahrt ist also nicht nur gefährlich, sie kann unter Umständen auch noch extrem teuer werden.
Gegen eine Regresshandlung der Versicherung kann man sich im Übrigen mit einer „Regressverzicht bei Grobfahrlässigkeit“-Klausel schützen. Diese kann bei Abschluss der Fahrzeugversicherung miteingeschlossen werden.

Wir empfehlen eindringlich, Ihr Fahrzeug immer komplett von Schnee und Eis zu befreien.
Der Aufwand lohnt sich, verglichen mit einem Rechtsstreit und den finanziellen Folgen, allemal.
Fragen zur Motorfahrzeugversicherung oder Verkehrsrechtsschutzversicherung ? – Gerne beraten wir Sie.